Wenn Licht, Feuchtigkeit und Zeit Spuren hinterlassen
Gemälde restaurieren lassen
Wir restaurieren und konservieren Gemälde, vom Familienerbstück bis zum Sammlerobjekt. Dabei greifen wir nur so weit wie nötig in das Original ein und dokumentieren jeden Schritt nachvollziehbar.
Gemälde sind empfindlich. Je nach Malmaterial – etwa Öl- oder Acrylfarbe – und Bildträger – etwa Leinwand, Holz oder Karton – zeigen sich unterschiedliche Schäden: durch mechanische Einwirkung, Feuchtigkeit oder die Alterung der Materialien.
Sie wissen nicht, ob sich eine Restaurierung lohnt? Schicken Sie uns Fotos oder vereinbaren Sie einen Termin. Wir schätzen den Zustand Ihres Gemäldes ein und besprechen mit Ihnen die Möglichkeiten.
So läuft die Gemälderestaurierung ab
1. Untersuchung und Dokumentation
Wir analysieren Erhaltungszustand, Schäden und verwendete Materialien und halten alles fest.
2. Restaurierungskonzept
Gemeinsam mit Ihnen legen wir fest, was behandelt wird und welches Ergebnis Sie sich wünschen.
3. Behandlung
Wir arbeiten schonend und mit möglichst geringem Eingriff in die originale Substanz.

Welche Behandlungen kommen in Frage?
Reinigung
Staub, Schmutz und Ablagerungen werden behutsam entfernt. Das Bild wirkt wieder klarer und bleibt länger erhalten.
Firnisabnahme
Vergilbte, gealterte Firnisschichten – die schützende Oberschicht eines Gemäldes – werden abgenommen. Die ursprüngliche Farbwirkung kommt zurück.

Konsolidierung
Lose oder abgelöste Malschicht wird gefestigt und gesichert.


Rissschließung
Risse im Gemälde werden mit geeigneten Verfahren geschlossen.

Kittung
Fehlstellen wie Ausbrüche und Risse werden mit passendem Material aufgefüllt.

Retusche
Farbschäden und Fehlstellen werden farblich angeglichen, sodass das Bild wieder als Ganzes wirkt.
Welche Schäden an Gemälden typisch sind
Die meisten Gemälde kommen mit einem von wenigen, immer wiederkehrenden Schadensbildern zu uns. Welches davon vorliegt, entscheidet über Aufwand, Reihenfolge und Vorgehen.
Vergilbter Firnis
Der Firnis ist die schützende Oberschicht eines Gemäldes. Er altert, wird gelb und trüb und legt sich wie ein Schleier über die Farben. Besonders deutlich wird das bei Blau- und Weißtönen, die stumpf und grünlich wirken. Der Firnis lässt sich abnehmen, ohne die Malschicht anzutasten. Von allen Eingriffen hat dieser meist die größte sichtbare Wirkung.
Lose oder abblätternde Malschicht
Löst sich die Malschicht vom Untergrund, wölbt sie sich zunächst auf – Fachleute sprechen von Schollenbildung. Wird nicht rechtzeitig gefestigt, brechen die Schollen ab und der Verlust ist endgültig. Dieser Schaden hat deshalb immer Vorrang vor allem anderen.
Risse und Löcher in der Leinwand
Stöße, Transportschäden oder Druck von der Rückseite reißen das Gewebe. Ein Riss wird nicht überklebt, sondern Faser für Faser zusammengeführt. Nur so bleibt die Leinwand beweglich und der Schaden zeichnet sich später nicht erneut ab.
Wasserschäden und Schimmel
Feuchtigkeit lässt Leinwand und Keilrahmen arbeiten, löst Leimschichten und hinterlässt Ränder. Schimmel gehört zügig behandelt: Er wächst weiter und greift die Bindemittel der Farbe an.
Ruß, Nikotin und Staub
Jahrzehnte in einem beheizten oder berauchten Raum legen einen Film über die Oberfläche. Dieser Schmutz sitzt in der Regel auf dem Firnis und nicht in der Farbe – er lässt sich deshalb meist gut abnehmen.
Gelockerter oder verzogener Keilrahmen
Hängt die Leinwand durch oder wirft sie Wellen, liegt die Ursache häufig im Keilrahmen und nicht im Bild selbst. Oft genügt es, den Rahmen nachzustellen oder zu ersetzen.
Leinwand, Holztafel oder Karton
Der Bildträger bestimmt mit, welche Schäden auftreten und was sich beheben lässt.
Leinwand arbeitet mit dem Raumklima. Sie dehnt sich bei Feuchtigkeit, zieht sich bei Trockenheit zusammen und überträgt diese Bewegung auf die Malschicht. Craquelé – das feine Rissnetz – entsteht genau dadurch und ist bei alten Gemälden normal, kein Mangel.
Holztafeln reagieren stärker und ungleichmäßiger. Sie können sich wölben, an den Fugen aufgehen oder von Holzschädlingen befallen sein. Hier greift unsere Erfahrung aus der Holzrestaurierung unmittelbar.
Karton und Papier sind empfindlich gegen Feuchtigkeit und Säure. Sie vergilben, werden brüchig und lassen sich nur eingeschränkt reinigen.
Restaurieren oder konservieren?
Nicht jedes Gemälde muss restauriert werden. Konservieren heißt: den Zustand sichern und weiteren Verfall aufhalten, ohne das Erscheinungsbild zu verändern. Restaurieren geht darüber hinaus und stellt die Lesbarkeit des Bildes wieder her – durch Firnisabnahme, Kittung und Retusche.
Welcher Weg richtig ist, hängt nicht nur vom Schaden ab, sondern auch davon, was Ihnen an dem Bild wichtig ist. Bei einem Objekt mit historischer Bedeutung ist Zurückhaltung geboten; bei einem Familienerbstück, das wieder im Wohnzimmer hängen soll, darf die Wirkung mehr Gewicht bekommen. Wir legen das vorab gemeinsam fest und halten es im Konzept schriftlich fest.
Was Sie besser nicht selbst versuchen
Ein großer Teil der Schäden, die wir sehen, entsteht beim Versuch, selbst zu helfen. Diese vier Dinge richten regelmäßig mehr Schaden an als der ursprüngliche Zustand:
- Mit einem feuchten Tuch reinigen. Wasser löst nicht nur Schmutz, sondern auch Firnis und wasserempfindliche Farben. Sichtbar wird das oft erst Tage später.
- Hausmittel auftragen. Speiseöl, Spiritus, Zwiebel oder Brot kursieren als Rezepte. Sie hinterlassen Rückstände, die später nur mit zusätzlichem Aufwand wieder herausgeholt werden.
- Lose Malschicht ankleben. Handelsüblicher Kleber ist nicht reversibel. Was damit festgeklebt wurde, lässt sich fachlich kaum noch korrigieren.
- Die Leinwand selbst nachspannen. Ungleichmäßiger Zug reißt die Malschicht ein, oft an einer anderen Stelle als dort, wo gezogen wurde.
Im Zweifel gilt: Bild waagerecht und trocken lagern, nicht in die Sonne, und Fotos schicken. Das kostet nichts und verbaut nichts.
Was eine Gemälderestaurierung kostet
Einen Pauschalpreis gibt es nicht, und wer einen nennt, hat das Bild nicht gesehen. Den Aufwand bestimmen vier Faktoren:
- Format. Fläche geht direkt in die Arbeitszeit ein, bei Reinigung und Retusche besonders deutlich.
- Bildträger und Maltechnik. Eine Holztafel mit gelöster Fassung verlangt anderes Vorgehen als ein Ölbild auf Leinwand.
- Schadensumfang. Eine Firnisabnahme ist kalkulierbar. Viele einzelne Fehlstellen, die retuschiert werden müssen, sind es weniger.
- Ihr Ziel. Sichern und stabilisieren ist günstiger als die vollständige Wiederherstellung der Bildwirkung.
Sie bekommen vor Arbeitsbeginn eine schriftliche Einschätzung, keine offene Rechnung. Wie wir Kosten ermitteln, erklären wir ausführlich am Beispiel der Kostenermittlung für Auftraggeber. Wenn Sie zusätzlich wissen möchten, was Ihr Bild wert ist, hilft unsere Wertschätzung weiter. Für den Weg in die Werkstatt bieten wir sicheren Transport an.
Häufige Fragen zur Gemälderestaurierung
Was kostet eine Gemälderestaurierung?
Das hängt von Größe, Malmaterial und Schadensbild ab. Nach einer Zustandsbeurteilung erhalten Sie von uns eine transparente Einschätzung.
Wie lange dauert eine Gemälderestaurierung?
Kleinere Eingriffe dauern oft wenige Tage bis Wochen, umfangreiche Restaurierungen entsprechend länger. Im Konzept nennen wir Ihnen einen realistischen Zeitrahmen.
Kann ich Fotos schicken, bevor ich vorbeikomme?
Ja, gern. Anhand von Fotos können wir meist schon eine erste Einschätzung geben.